Fränkischen Dialekt hörte man am ersten Juniwochenende recht häufig in unserer Stadt: Der Posaunenchor aus meinem fränkischen Heimatdorf Osternohe hatte sich zu Jahresbeginn entschieden, den diesjährigen Wochenendausflug nach Sachsen durchzuführen und den „verlorenen Sohn“ in Hainichen zu besuchen. Während andere Vereine des 600 Seelen Ortes, zwischen Nürnberg und Bayreuth gelegen, bereits in Hainichen zu Gast waren (Sportverein, Gesangsverein, Kirwaboum), war es für die Osternoher Posaunenbläser der erste Ausflug nach Mittelsachsen.
Untergebracht waren die Gäste im Hotel Am Sonnenlandpark in Lichtenau. Mitinhaberin Manuela Schleith ermöglichte am Abend der Ankunft am 5.6. einen Rundgang über das Areal. Vom erst vor kurzem eingeweihten Skywalk genossen die Gäste einen Ausblick bis nach Chemnitz und tief ins Erzgebirge.
Am Samstag stand zunächst ein Besuch des an diesem Tage stattfindenden BARKAS-/FRAMO-Treffens auf dem Programm. Viele Osternoher wussten bis dahin nicht, dass Hainichen über Jahrzehnte ein bedeutender Standort für den Fahrzeugbau war. Die liebevoll gepflegten FRAMO- und BARKAS-Fahrzeuge sorgten für neugierige Blicke. Ingolf Dinse aus der Nähe von Stralsund, der für das Treffen hauptverantwortlich ist, ließ es sich nicht nehmen, die Gäste persönlich über das Gelände zu führen und spannende Episoden über den B1000 zu erzählen.
Anschließend ging es zum Sektempfang in den Goldenen Löwen und einen Stadtrundgang mit Christlieb Ehregott Gellert alias Stadtrat/MISKUS Geschäftsführer Thomas Kühn. Den Nachmittag verbrachten die Gäste in Meißen, wo sie bei tollem Ausflugswetter die Stadt der berühmten Porzellanmanufaktur erkundeten.
Ein ganz besonderer Höhepunkt war der gemeinsame Bläsergottesdienst mit den Bläsern der Hainichener Trinitatiskirche am Sonntag, den 7.6.. Der Osternoher Posaunenchor hat viele junge Bläser, was man am Musikrepertoire deutlich merkt. Der Posaunenchor ist auf einem, für einen 600 Seelen Ort, ausgesprochen hohen musikalischen Niveau. Der Gottesdienst wurde von beiden Posaunenchören gemeinsam begleitet, Pfarrer war Uwe Kranz aus Seifersbach. Anschließend gab es noch ein kleines Konzert. Dabei erklangen auch bekannte Weisen wie das Steigerlied, Sweet Caroline oder Bella Napoli. Langanhaltender Applaus war der verdiente Lohn für dieses tolle musikalische Intermezzo.
Nach dem Gottesdienst ging es langsam aber sicher zurück nach Franken: Zunächst machte man bei einem der bekanntesten Sachsen überhaupt Station: Das (sehr leckere) Mittagessen wurde in Deutschlands höchstgelegener Stadt, Oberwiesenthal, im Hotel von Olympiasieger, dreifachen Weltmeister und vierfachen Gewinner der Vierschanzentournee, Jens Weißflog, eingenommen. Jens Weißflog begrüßte die Gäste persönlich und erzählte spannende Dinge aus seiner Karriere. Auch aufs Gruppenbild stellte er sich bereitwillig mit.
Bevor man wieder wohlbehalten Osternohe erreichte gab es noch einen Zwischenstopp im „Rothenburg ob der Tauber von Tschechien“, der Kleinstadt Loket an der Eger. In Loket wurden Szenen vom James Bond Film „Casino Royal“ gedreht. Gleichzeitig ist Loket seit August 2025 Partnerstadt der Kreisstadt des Landkreises Nürnberger Land, Lauf an der Pegnitz. In diesem Landkreis liegt Osternohe.
Die drei Tage in Sachsen waren für die Osternoher ein sehr schönes Erlebnis, auch das Wetter spielte mit.
Dieter Greysinger
Oberbürgermeister
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