Die Biberbestände im Stadtgebiet von Hainichen haben sich in den letzten Jahren stark vermehrt. Bei aller Freude über den Einzug des Bibers in den Lebensraum unserer Stadt bringt der Biber gerade in den Wintermonaten auch viele Probleme mit sich. Während die Biber in der warmen Jahreszeit ihre Nahrung in der Natur finden, sind sie in den kalten Monaten oft fleißig dabei, Bäume zu fällen.
In manchen Ecken unserer Stadt haben die Tiere bereits zahlreiche Bäume zum Einstürzen gebracht. Auf einem Privatgrundstück an der Ziegelstraße wurde in den letzten Jahren fast alle Bäume geschädigt bzw. durch den Biber gefällt.
Da ich bei einem vor Ort Termin im Vorjahr mit Vertretern des Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (als obere Naturschutzbehörde) sowie des Landratsamts Mittelsachsen (als untere Naturschutzbehörde) den Eindruck hatte, dass hier eine Handlungsnotwendigkeit besteht, hatte ich mich ans Bundesumweltministerium gewandt.
Eine überschaubare Anzahl an Bibern ist sicherlich in unserer Fauna vertretbar, gerade in dicht bewohnten Gebieten, z. B. entlang der Kleinen Striegis, überwiegen aus meiner Sicht aber eindeutig die Nachteile.
Da der Elbebiber streng geschützt ist, dürfen auch keine Tiere entnommen werden. Hinzu kommt, dass gerade bei Baumaßnahmen wie dem geplanten Hochwasserschutzbecken am Ortseingang von Berthelsdorf das plötzliche Auftreten eines Bibers zu Verzögerungen bei der Umsetzung führen kann, da die Tiere geschützt sind und mit aufwändigen Mitteln idealerweise vergrämt werden müssen.
Am Termin am 10. März nahmen neben Carsten Träger, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Umwelt, Naturschutz, Klimaschutz und nukleare Sicherheit auch der zuständige Abteilungsleiter im Landratsamt Udo Seifert, die Bundestagsabgeordnete Carolin Bachmann und Vertreter der Stadtverwaltung und des Bauhofs teil.
Ob der Besuchstermin zu einem Umdenken beim Umgang mit dem Elbebiber führt, bleibt abzuwarten. Zumindest haben wir auf das Problem auf höchster politischer Ebene aufmerksam gemacht. Die weiteren Schritte liegen jetzt nicht mehr in der Hand der Stadt Hainichen.
Dieter Greysinger
Oberbürgermeister
Nachsatz zu diesem Artikel: Mit großer Betroffenheit haben wir nur wenige Tage nach dem Besuch von Carsten Träger erfahren, dass er am 21.3.2026 aufgrund eines Schwächeanfalls im Skiurlaub mit nur 52 Jahren verstorben ist. Wir sind sehr traurig über diese Nachricht und sprechen den Hinterbliebenen an dieser Stelle unser tiefes Mitgefühl aus.
Vollsperrung Berthelsdorfer Straße
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