Ein besonders feierlicher Moment bei jedem Neujahrsempfang ist der Tagesordnungspunkt „Eintrag ins Ehrenbuch der Stadt Hainichen“. Seit 2009, als das Ehrenbuch erstmals aufgelegt wurde, darf sich zu jedem Neujahrsempfang eine Person in dieses Buch eintragen.
Es gab darüber hinaus auch besondere Ereignisse, bei denen ebenfalls Ehrenbucheinträge erfolgten, wie der 300. Geburtstag von Christian Fürchtegott Gellert im Jahr 2015 sowie der 200. Geburtstag von Friedrich Gottlob Keller, ein Jahr später. 2017 und 2020 durften sich zum Neujahrsempfang jeweils zwei Personen ins Ehrenbuch eintragen.
Bisher ins „Goldene Buch der Stadt“ durften sich der langjährige Direktor des Gellert-Gymnasiums Christian Blümich (2009), der langjährige Vorsitzende des DRK Hainichen, MR Helmut Schürer (2010), ISE Geschäftsführer Peter Reif (2011), Pfarrer Siegfried Schmidt (2012), das Eulendorfer Urgestein Walter Glöckner (2013), die Mandolinenlehrerin Johanna Martin (2014), der „Schweizer Hainichener, der seine Wurzeln nie vergessen hat“, Peter Mattheß (2015), der US amerikanische Gellert-Professor Prof. Dr. John Reynolds (Gellert-Geburtstag 4.7.2015), der langjährige Vorsitzende des SV Motor Hainichen, Dietmar Judas (2016), der Dresdner „Keller-Professor“ Prof. Dr. Jürgen Blechschmidt (Keller-Geburtstag 2016), Ursula Kolb (ehrenamtliche Tätigkeit im Gellert-Museum, umfangreiche Recherchen in der Stadtgeschichte, insbesondere zu Friedrich-Gottlob Keller) (2017), der langjährige Bürgermeister von Rossau, Stadtrat und stellvertretende Bürgermeister in Hainichen, Horst Glöß (ebenfalls 2017), der langjährige Badminton Übungsleiter Gunter Martin (2018), Hainichens Alt-Bürgermeister Rainer Sobotka (2019), die ehemaligen, langjährigen Ortsvorsteher von Gersdorf/Falkenau und Riechberg/Siegfried, Volker Ranft und Arndt Berger (2020), die Vorsitzende des Freundeskreises Hainichen-Dorsten, Carmen Fischer (2023), die Mitbegründerin und langjährige Ausgabehelferin der Hainichener Tafel, Elke Claus (2024), sowie der Hainichener Stadthistoriker Günter Neumann (2025) eintragen.
Von den genannten Personen sind zwischenzeitlich leider Siegfried Schmidt, Walter Glöckner, Prof. Dr. John Reynolds und Horst Glöß nicht mehr unter uns.
Zum Neujahrsempfang 2026 wurde Otto Propszt die Ehre des Ehrenbucheintrags zuteil. Der Hainichener Stadtrat hatte in seiner Novembersitzung dem Vorschlag, Otto Propszt ins Ehrenbuch eintragen zu lassen, einstimmig zugestimmt. Als Laudator fungierte Stadtrat Lars Hermann, der mit Otto Propszt eine jahrzehntelange Freundschaft unterhält.
Lars Hermann blickte in der Laudatio zunächst aufs bisherige Leben von Otto Propszt zurück: Geboren 1952 in Zittau kam er im Alter von 4 Jahren mit seiner Familie nach Hainichen. Fast 50 Jahre arbeitete er als Bäcker. Er absolvierte dort seine Lehre und blieb bei der PGH, später der Gellertstadtbäckerei (als Nachfolgebetrieb). Von 48 Jahren als Bäcker arbeitete Otto Propszt über 30 Jahre im Schichtbetrieb. 2007 war Otto Propszt vor Ort, als ein Feuer große Teile der Gellertstadtbäckerei zerstörte, er rettete mit seinem umsichtigen Handeln 7 Personen, die gerade in der Großbäckerei arbeiteten, das Leben. Womöglich hätten sie den Brand zu spät bemerkt.
Die Verdienste, die sich Otto Propszt in den vergangenen Jahrzehnten in Hainichen erwarb, sind vielschichtig: 25 Jahre war er Trainer der Altherrenmannschaft des Hainichener FV Blau Gelb, er organisierte Reisen für die Spieler und ihre Angehörigen in ganz Europa. Teilweise nahmen daran mehr als 150 Personen teil. Er organisierte auch zahlreiche Fußballturniere in Hainichen Bei diesen nahmen neben dem HFV auch Mannschaften von weiter her teil: So aus unserer Partnerstadt Dorsten, aus Ustek, aus Wolfsburg aus dem niederösterreichischen Sankt Pölten und aus Osternohe in Mittelfranken.
Als Bäcker organisierte er in der Vorweihnachtszeit regelmäßig das beliebte Kinderbacken, insbesondere in der Gellertstadtbäckerei, aber auch an den Backofenfesten im Hof des Tuchmacherhauses war er maßgeblich beteiligt. Zudem war maßgeblich an der Vorbereitung und in die Durchführung des 40. und 50. Firmenjubiläums der Gellertstadtbäckerei involviert.
Seit 2017 organisiert Otto Propszt alljährlich das Georgenstraßenfest, ein Nachbarschaftsfest für die Anwohner dieses Teiles unserer Stadt und ihre Bekannten. Bereits sieben Mal wurde dieses Fest bislang durchgeführt. Auch 2026 steht der Termin schon fest: Es ist der 27.Juni.
Alle diese Events bereitete Otto Propszt akribisch vor und führte sie perfekt durch. Nachdem er in den Ruhestand ging, war Otto Propszt noch lange als Pandabär „Ottili“ im EDEKA Markt der Generationen anzutreffen. Er organisierte gemeinsam mit dem Markt Kinderfeste, auch außerhalb von Hainichen und war zudem oft der Weihnachtsmann.
Mit seiner Frau Karla ist Otto Propszt mittlerweile seit 46 Jahren verheiratet. Beide haben 2 Kinder, 6 Enkel und 3 Urenkel.
Sichtlich bewegt bedankte sich Otto Propzst am 16.1. nach der sehr emotionalen und würdigen Laudatio von Lars Hermann bei seinen Unterstützern über all die Jahre. Er versprach, auch in den nächsten Jahren, sofern es die Gesundheit zulässt, Georgenstraßenfeste zu organisieren und in „seiner, unserer Stadt“ weiterhin Ausrufezeichen zu setzen.
Danke an Otto Propszt für sein jahrzehntelanges Engagement, herzlichen Glückwunsch zum Eintrag ins Ehrenbuch und noch viele Aktivitäten in der Zukunft.
Dieter Greysinger
Oberbürgermeister
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