Hainichen

Historischer Ganzmeilenstein an der B169 in Schlegel strahlt nach umfassender Sanierung wieder in alter Pracht

Ein besonders schönes Relikt, welches es in dieser Form fast ausschließlich auf dem Gebiet von Sachsen gibt, sind die sächsischen Postsäulen und Meilensteine.

Diese entstanden größtenteils im 18. Jahrhundert auf Befehl von Kurfürst Friedrich August I (1670 – 1733), der als August II auch König von Polen war.

Diese Meilensteine waren das erste, flächendeckende, europäische Verkehrsleitsystem nach römischen Vorbildern an den damaligen überregionalen Verkehrswegen.

Basis dafür war seinerzeit die Vermessung Kursachsens durch Adam Friedrich Zürner. Die Entfernungsangaben erstreckten sich damals oft auch auf Wegstunden, wobei 1 Stunde 4,531 Kilometern entsprach.

Die  Forschungsgruppe Kursächsische Postmeilensäulen, die auf Schloss Grillenburg (bei Tharandt) beheimatet ist, hat sich der Forschung dieses spannenden Kapitels verschrieben.

Leider gibt es auf dem Gebiet der Stadt Hainichen vergleichsweise wenige Nachweise über derartige Steine. Einzig in Schlegel, in der Nähe der Fa. Kolbe und in Falkenau in der Nähe des Pferdehofs, sind solche Steine nachgewiesen und erhalten.

Eine prächtige bunte Postmeilensäule, wie wir sie z. B. in Roßwein, Waldheim, Frankenberg und Mittweida auf den Marktplätzen finden, muss es in Hainichen auch gegeben haben. Für die Bereitstellung von Finanzen zur Rekonstruktion müssen jedoch klare Nachweise über das Aussehen und den genauen Standort vorhanden sein. Hier bemühen wir uns derzeit leider vergeblich um ein brauchbares Ergebnis. Aber mit Manfred Kiese und Katrin Rückert beschäftigen sich derzeit zwei sehr geschichtsaffine Menschen mit dem Thema und werden hoffentlich zu einem erfolgreichen Abschluss ihrer Arbeiten kommen.

Im vogtländischen Auerbach ist dieses Kunststück vor nicht allzu langer Zeit gelungen. Seit kurzem steht auch dort eine Postmeilensäule. Ich habe gleich nach dem Termin in Schlegel Kontakt mit dem dortigen Oberbürgermeister aufgenommen und ihn um Unterstützung gebeten.

Durch das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LaSuV) wurde der Stein aus Schlegel geborgen und dem Steinmetzbetrieb Weinhold zur grundhaften Sanierung übergeben.

Nachdem sich die Steinrestauration doch ein Stück in die Länge zog, war es am Nachmittag des 27.8.2019 endlich so weit. In Anwesenheit des zuständigen LaSuV Referatsleiters Dr. Martin Lisson und André Kaiser von der Forschungsgruppe Postmeilensäulen wurde in Anwesenheit von Mitgliedern des Schlegeler Ortschaftsrats und Nachbarn der Stein seiner Bestimmung übergeben. Er ist jetzt am Ortseingang Schlegel (aus Richtung A 4) ein echter Blickfang.

Sylvio Hännig, Ortsvorsteher von Gersdorf/ Falkenau, war ebenfalls am 27.8. nach Schlegel gekommen. Gemeinsam mit dem Bürgermeister will er versuchen, beim LaSuV zu erwirken, dass nun auch der Falkenauer Meilenstein saniert wird.

Der Schlegeler Stein stand übrigens ursprünglich in der Ortsmitte von Greifendorf, wurde aber vor langer Zeit nach Schlegel umgesetzt. Die Entfernungen darauf beziehen sich auf eine Kursächsische Postmeile.

Vielen Dank an das Landesamt für Straßenbau und Verkehr für diese Aktion und den schönen Blickfang, über den sich jetzt nicht nur die Bewohner von Schlegel freuen können.

Dieter Greysinger

Bürgermeister

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