Wer von uns in den nächsten Wochen ins Ausland reist, wird häufig feststellen, dass die emotionale Bindung zur eigenen Landesfahne in den meisten europäischen Ländern erheblich entspannter und intensiver vorhanden ist, als in Deutschland.
Gerade in nächster Zeit werden zwar wieder verstärkt Deutschlandfahnen zu sehen sein, dies hängt aber insbesondere vom Abschneiden der Deutschen Fußballnationalmannschaft bei der bevorstehenden Fußball-WM ab.
Ich finde, wir müssen uns mit unserer Fahne und auch mit einem gewissen Nationalstolz nicht verstecken. Letztendlich leben wir in Deutschland, trotz mancher, teilweise durchaus berechtigter Kritik über die Regierenden, immer noch in Verhältnissen, um die uns fast die gesamte restliche Welt beneidet. Frieden und Freiheit in Verbindung mit einem doch auch weit verbreiteten Wohlstand sind Dinge, von denen viele der Generationen, die vor uns hier lebten, oft nur träumen konnten.
Insbesondere die Tatsache, dass wir in Deutschland und Mitteleuropa seit über 80 Jahren im Frieden leben dürfen, ist aus meiner Sicht in erster Linie großes Verdienst der Europäischen Union. Wir leben heute dank der EU mit unseren Nachbarn in gutnachbarschaftlichen Beziehungen. Mit Begriffen wie „Erzfeind“ welche manche von uns noch aus der Kindheit kennen, können zum Glück die jüngeren Einwohner unseres Landes nichts mehr anfangen. Ich bin demütig und dankbar, in Deutschland und der Europäischen Union leben zu dürfen.
Ich denke und hoffe, das sehen auch die meisten Bewohner unseres Landes so. Wenn eine Glühbirne ausfällt oder die Heizung kaputt geht, ärgern wir uns. Kämen aber niemals auf die Idee, deshalb gleich das ganze Haus abreißen zu wollen. Aus dieser Denke heraus habe ich im Ältestenrat angeregt, die Fahnenmasten vor dem Hainichener Rathaus dauerhaft mit den Fahnen der Europäischen Union, der Bundesrepublik Deutschland, vom Freistaat Sachsen und der Stadt Hainichen zu beflaggen. Die Mitglieder des Ältestenrats hatten dazu keine andere Auffassung wie ich und so wurde diese Idee nun umgesetzt.
Ab sofort bringen die genannten 4 Fahnen einen zusätzlichen Farbtupfer auf unserem Markt und sind gleichzeitig ein Ausdruck, dass wir froh und dankbar sind, in der Europäischen Union, in Deutschland, in Sachsen und in der Gellertstadt Hainichen leben zu dürfen.
Dieter Greysinger
Oberbürgermeister
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