Hainichen

Ein unschöner Anblick im Stadtbild ist bald verschwunden

Das altehrwürdige Haus auf der Turnerstraße 12 und 14 hat fürwahr bessere Zeiten erlebt. Zu DDR Zeiten war im sogenannten „Weißen Haus“ die SED Kreisleitung untergebracht. Schon aus diesem Grund wurde das Gebäude zu DDR Zeiten gehegt und gepflegt.

Nach der Wende zog unter anderem die Freie Presse, das Notariat Beyer, die Computerfirma Alpha 2007 und die Barmer Krankenkasse in das Haus ein. Als ich am 27.8.1990 erstmals in meinem Leben Hainichener Boden betrat, war im Gebäude mein erstes Büro als Geschäftsstellenleiter der Barmer.

Doch leider währte die „Goldene Zeit“ für das Haus nicht allzu lange. Die Treuhand schrieb es zum Verkauf aus. Die Käufer stammten aus Venezuela, später wechselte das Gebäude den Besitzer und es hatte italienische Eigentümer. Allen gemeinsam war, dass sie das Haus rein aus Spekulationsgründen erworben haben und hofften, mit den Jahren eine Wertsteigerung zu erfahren. Aktiv dazu beigetragen haben sie freilich alle nicht.

Seit meinem Amtsantritt als Bürgermeister vor 15 ½ Jahren habe ich versucht, die Besitzer zu drängeln, sich der Sanierung des Gebäudes anzunehmen. Als die Italiener vor knapp 10 Jahren persönlich in Hainichen auftauchten, merkte ich bereits nach wenigen Sätzen, dass dies reine Spekulanten sind. Durch den Bauhof ließ ich Notsicherungen durchführen und als die Rechnungen wie erwartet nicht bezahlt wurden, unsere Forderungen im Rahmen der Zwangsversteigerung gerichtlich durchsetzen.

Bei der Zwangsversteigerung erwarb die Stadt Hainichen das Gebäude, einzig mit dem Ziel, es abzureißen. Im Haus sind zwischenzeitlich einige Decken durchgebrochen, wahrscheinlich ist dort zwischenzeitlich auch Hausschwamm vorzufinden.

Seit wenigen Tagen steht der Abriss der Immobilie im Sächsischen Ausschreibungsblatt. Wir suchen also eine Firma, die es zurückbaut. Wenn alles gut geht, kann der Stadtrat am 16.9. die Vergabe für die Abbruchleistung erteilen und im Oktober können die Rückbauarbeiten beginnen.

Wir rechnen mit einer 90%igen Förderung der Rückbaukosten. Ein Abriss der ehemaligen Kreisleitung ist auch aus Sicherheitsgründen bitter notwendig, laufend fallen Schindeln vom Dach und mehrere Autos wurden dabei erheblich beschädigt. Nur schade, dass man solche Grundstücksbesitzer nur sehr schwer (fast unmöglich) in Regress nehmen kann.

Auch künftig werden wir uns bemühen, Personen, die Gebäude in der Stadt rein aus Spekulationsgründen erwerben und sich dann nicht darum kümmern, das Leben schwer zu machen. Denn solche Hausbesitzer sind in Hainichen einfach nicht erwünscht.

Schwieriger für uns als Stadt sind freilich Immobilien in geschlossenen Bebauungen, so z. B. die Häuser Ernst-Thälmann-Straße 11 bzw. 23. Während die Nummer 23 den gleichen Personen gehört, wie die Turnerstraße 12/14, gibt es beim Gebäude Ernst-Thälmann-Straße 11 hohe rechtliche Hürden, da fiskalisch nicht eindeutig feststeht, wer der tatsächliche Besitzer ist. Hier können wir als Stadt aber nicht in Erscheinung treten, da die Sicherungskosten für die Nachbargebäude einfach viel zu hoch sind. Und in erster Linie ist die Bauaufsicht ja Angelegenheit des Landkreises. Allerdings sind die im Kreishaushalt alljährlich dafür eingestellten Gelder bei weitem nicht auskömmlich.

Andererseits hoffe ich, dass derartige Spekulanten merken, dass sie in Hainichen nicht willkommen sind und wir ihnen als Stadt das Leben so schwer wie möglich machen. Vielleicht erzielen wir ja damit wenigstens die Wirkung, dass sich diese Leute andere Orte aussuchen, an denen sie unsanierte Objekte erwerben.

Alles in allem aber glaube ich, dass wir uns diesbezüglich in Hainichen nicht verstecken müssen. Gerade auch im Vergleich zu vielen benachbarten Kleinstädten ist in Hainichen die Anzahl der „Bruchbuden“ vergleichsweise gering.

Und als nächste Brachen werden voraussichtlich 2021 das ehemalige Kino und das frühere Lederwerk auf der Feldstraße abgerissen. Beide Immobilien haben wir als Stadt ebenfalls mit dem Ziel des Rückbaus erworben.

                                                                                             

Dieter Greysinger

Bürgermeister

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