Hainichen

Die Stadt Hainichen war ein toller Gastgeber des 23. Landesschützentages

Man sollte mit Superlativen eher zurückhaltend sein, aber der 23. Landesschützentag verbunden mit dem 19. Treffen der Sächsischen Schützenvereine am 17.7. und 18.7. in Hainichen war sicherlich einer der größten Tage der jüngeren Stadtgeschichte. Rund 500 Gäste aus dem gesamten Freistaat waren Mitte Juli nach Hainichen gekommen, um die Schützen-Kameradschaft zu feiern, beim Schützenumzug mit dabei zu sein, eine neue Präsidentin zu wählen und beim Schießen auf den Doppeladler um den Titel des Sächsischen Landesadlerkönigs zu kämpfen.

Schon im Herbst 2025 begannen die Vorbereitungen zu diesem Ereignis. Der frühere Präsident des Sächsischen Landesschützenbundes, Frank Kupfer, ehemaliger Staatsminister im Sächsischen Kabinett hatte, seinerzeit noch im Amt, zur Ehrung der Hainichener Schützen beim Neujahresempfang 2018 angeregt, den Landesschützentag in Hainichen auszutragen.

Es gab seit Anfang 2026 zahlreiche Beratungen. Zu allen war der Geschäftsstellenleiter des Landesschützenbundes, Christian Ores, nach Hainichen gekommen. Geleitet wurden die Beratungen in sehr souveräner Manier vom 1. Direktor der Priv. Schützengilde Hainichen, Matthias Liebold. Die Stadt Hainichen war in die Vorbereitung stets mit eingebunden. Eine gute Vorbereitung war schon die halbe Miete für einen erfolgreichen Landesschützentag. Es musste nur noch das Wetter mitspielen – und das tat es! Gab es am Freitagabend noch Zweifel, weil der Wetterbericht Starkregen und Orkanböen angekündigt hatte, kamen am 17.7. in Hainichen glücklicherweise nur wenige Tropfen und kleinere Windstöße an, die aber bald wieder verflogen waren. 

Zum Sektempfang des Oberbürgermeisters für Ehrengäste und Majestäten als Auftakt der Veranstaltung konnte man um 18.45 Uhr schon wieder ins Freie gehen. Roland Ermer, (am Freitag noch) Präsident des Landesschützenbundes, begrüßte gemeinsam mit mir und Matthias Liebold die Gäste auf der Terrasse vom Gellert-Museum. Auch Roland Ermers Vorgänger im Amt, Frank Kupfer und weitere Vorstandsmitglieder waren ins Parkschlösschen gekommen. Ebenso Vertreter aus den Dorstener Schützenvereinen waren nach 550 Kilometer Anreise zum Sektempfang bereits in Hainichen angekommen. Die Vorsitzenden von Dorfhervest und der Feldmark 1 und 2 nahmen gemeinsam mit ihren Majestäten ebenso am Empfang teil, wie die Königspaare aus Hainichen und Hartha.

Am Samstag gab es zunächst eine Delegiertenversammlung mit vorangegangener Ehrung verdienter Schützen im Neorokokosaal des Goldenen Löwen. Der Einmarsch der Fahnenträger, musikalisch untermalt durch das Fanfarenkorps Hervest-Dorsten, war sicherlich einer der farbenprächtigsten Veranstaltungen im Goldenen Löwen seit dessen Wiedereröffnung im Januar 2021.

Es war schon ein sehr beeindruckendes Bild, als die zahlreichen Fahnen der Schützenvereine aus dem gesamten Freistaat auf der Bühne hinter dem Podium ihren Platz fanden. Die Gäste waren vom Goldenen Löwen sehr beeindruckt, kaum jemand hätte einen so prachtvollen Saal in unserer kleinen Stadt vermutet. Auch Dieter Vierlbeck, Vizepräsident des Deutschen Schützenbundes und eigens aus München angereist, war vom Ambiente äußerst angetan. Klaus-Ulrich Mau, Vizepräsident des Sächsischen Sportbundes brachte seinen Wunsch zum Ausdruck, dass sich Deutschland erfolgreich für die Austragung Olympischer Sommerspiele bewirbt. Der Schießsport, seit jeher olympisch, würde davon mit Sicherheit auch profitieren.

Für diejenigen Gäste, welche nicht bei der Delegiertenversammlung mit dabei waren, hatte der Jugendclub Berthelsdorf, der Motorsportverein Hainichen e. V. und die Freiwillige Feuerwehr Hainichen gemeinsam mit der Schützengilde ein Biwak am Rahmenberg in der Nähe der Camera obscura organisiert. Die Gäste wurden bestens von den jungen Gastgebern bewirtet. Vom Rahmenberg gab es um 9.45 Uhr auch ein großes Salut- und Böllerschießen, welches in ganz Hainichen zu hören war.

Historisches tat sich bei der Delegiertenversammlung im Goldenen Löwen: Da Roland Ermer bereits vor der Veranstaltung angekündigt hatte, für eine Wiederwahl nicht zur Verfügung zu stehen, musste nach einem Nachfolger Ausschau gehalten werden: Diana Dietrich, aktive Schützin und Mitglied der Polizeisportvereins Leipzig e. V. wurde mit großer Mehrheit als neue Präsidentin der Sächsischen Schützen gewählt. Mit Martin Kühn aus Oschatz (1. Vizepräsident), Angela Sättler aus Chemnitz (Vizepräsidentin Finanzen) Frank Wachter aus Geyer (Vizepräsident Sport), Dr. Frieder Meyer (Vizepräsident Brauchtum aus Zschopau) und Thomas Schlicht aus Hoyerswerda (Vizepräsident Jugend) ist das Präsidium für die nächsten zwei Jahre wieder komplett. Natürlich gab es viele lobende Worte für die äußerst engagierten Mitglieder der Priv. Schützengilde zu Hainichen 1717 e. V. Auch der Name Egbert Liebold fiel dabei immer wieder. Seiner Beharrlichkeit ist es zu verdanken, dass sich dieser alte Hainichener Verein vor einem Vierteljahrhundert neu gründete. Leider war es ihm, der vor rund 3 ½ Jahren verstorben ist, nicht mehr vergönnt, diesen großen Tag für die Hainichener Schützen persönlich zu erleben.

Um 14 Uhr folge die Parade auf dem Markt mit Ansprachen der neuen Präsidentin und des Hainichener Oberbürgermeisters, ehe sich der Festzug in Bewegung setzte. Mit 2 Kapellen (Fanfarenkorps Hervest-Dorsten und dem Roßweiner Spielmannszug) fuhr man eine Runde durch die Stadt, welche am Parkeingang endete.

Beim anschließenden Vogelschießen um den Titel des Landesadlerschützenkönigs gab es zahlreiche Teilnehmer aus dem gesamten Freistaat. Teilnehmen konnten alle Mitglieder der Sächsischen Schützenvereine. Die Starter kamen unter anderem aus Leipzig, Reichenbach, Schkeuditz, Strehla, Seifersbach, Hartha, Hoyerswerda, Gahlenz, Milkau, Hainichen und weiteren Schützenvereinen aus dem Freistaat. Neue Landesschützenkönigin wurde Marion Krause aus Reichenbach/Vogtland. Mit dem 215. Schuss holte sie den Vogel von der Stange und darf diesen Titel 2 Jahre tragen. Die Proklamation erfolgte kurz vor 22 Uhr auf der Freilichtbühne.

Es ist mir ein großes Bedürfnis, mich bei den Mitgliedern der Priv. Schützengilde Hainichen 1717 e. V. ganz herzlich für ihr Engagement zu bedanken. Schon den Mut zu haben, sich für einen Landesschützentag und ein Landesschützentreffen zu bewerben, verdient großen Respekt. Die Durchführung der Veranstaltungen war nahezu perfekt. Den knapp 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus 50 Schützenvereinigungen des gesamten Freistaates Sachsen werden die geselligen Stunden in Hainichen sicher noch lange in bester Erinnerung bleiben.

Dieter Greysinger

Oberbürgermeister

Vielen Dank an Renee Pappelbaum/Reality Moments/Betreutes Trinken für die kostenfreie Bereitstellung einiger der Fotos in diesem Beitrag..

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