Hainichen

Die Stadt Hainichen und Eric Frenzel ehren zum Parkfestauftakt erfolgreiche Sportler

Zum Auftakt des Hainichener Parkfests werden seit 15 Jahren alljährlich erfolgreiche und besonders engagierte Sportlerinnen, Sportler, Mannschaften und Funktionäre aus Hainichen und den Ortsteilen geehrt. Besonderer Höhepunkt ist dabei seit einiger Zeit der Besuch eines prominenten Sportlers, der weit über Sachsen hinaus bekannt ist. Eine Tradition, über die sich viele Gäste freuen.

Dieses Jahr wurde die Sportlerehrung neben dem Hainichener Oberbürgermeister und der für Kultur und Sport verantwortlichen Mitarbeiterin im Hainichener Rathaus, Anja Krucoski, durch Eric Frenzel, ehemaliger äußerst erfolgreicher Nordischer Kombinierer und aktueller Bundestrainer, begleitet. Der dreifache Olympiasieger, siebenfache Weltmeister und fünffache Gesamtweltcupsieger in der Nordischen Kombination, Eric Frenzel, wurde mit viel Applaus auf der Freilichtbühne, die zu diesem Zeitpunkt schon gut gefüllt war, begrüßt.

Er gehört zu den erfolgreichsten Nordischen Kombinierern aller Zeiten. Bei den Olympischen Spielen in Vancouver, Sotschi, Pyeongchang und Peking gewann der gebürtige Annaberg-Buchholzer als Einzelsportler bzw. mit der Mannschaft dreimal Gold, zweimal Silber und zweimal Bronze. Bei Weltmeisterschaften stand er 7mal auf dem Siegerpodest, war achtmal Zweiter und dreimal Dritter. Daneben errang Eric Frenzel zahlreiche Weltcupsiege, deutsche Meistertitel und erzielte weitere sportliche Erfolge. Seit 2023 ist er, der bis zu seinem Karriereende für den SSV Geyer startete, Bundestrainer der Nordischen Kombinierer und betreute die Deutschen Adler auch bei den jüngsten Olympischen Spielen in Italien. Eric Frenzel stammt gebürtig aus dem Erzgebirge, ist Ehrenbürger von Oberwiesenthal und lebt seit Jahren mit seiner Familie im oberpfälzischen Flossenbürg.

Am 17. Juli standen auf der Freilichtbühne fünf Einzelsportlerinnen und Einzelsportler sowie vier Mannschaften im Mittelpunkt. Sie wurden für ihre herausragenden Leistungen öffentlich geehrt. Der Applaus galt jedoch nicht nur ihnen: Ein herzliches Dankeschön ging auch an die Trainerinnen und Trainer, Betreuerinnen und Betreuer sowie ehrenamtlich Engagierten. Mit großem Einsatz organisieren sie das Vereinsleben, fördern Talente, spenden Mut und haben immer ein offenes Ohr für die kleinen und großen Sorgen ihrer Sportlerinnen, Sportler und Vereinsmitglieder.

Nachstehend stellen wir die am 17.7 ausgezeichneten Sportlerinnen, Sportler und Mannschaften kurz vor:

Ulrike Leipnitz - SV Motor Hainichen 1949 e.V. – Fitness

Seit 15 Jahren begleitet sie mit großem Engagement die Abteilung Fitness beim SV Motor und ist damit die dienstälteste Trainerin. Mit ihrer herzlichen Art, viel Geduld und immer neuen Ideen gestaltet sie die Übungsstunden für die jüngsten Kinder abwechslungsreich und mit viel Freude. Ihr liebevoller Umgang schafft Vertrauen und sorgt dafür, dass sich die Kleinsten beim SV Motor Hainichen bestens aufgehoben fühlen.

Helena Haubold - SV Motor Hainichen 1949 e.V. – Fitness

Als jüngste Trainerin im Team ist Helena ein echtes Eigengewächs der Abteilung Fitness. Vor 15 Jahren begann sie selbst als Kind im Verein, unterstützte später die Arbeit als Co-Trainerin und gehört heute fest zum Trainerteam der Kleinsten. Woche für Woche überrascht sie die Kinder mit fantasievollen Bewegungslandschaften und abwechslungsreichen Parcours, die zum Klettern, Balancieren, Springen und Entdecken einladen. Mit ihrer fröhlichen Art steckt Helena die Kinder immer wieder aufs Neue mit ihrer Begeisterung für den Sport an.

Vlad Cebotarenco - SV Motor Hainichen 1949 e. V. - Badminton

Der Badmintonsport begleitet Vlad schon seit seiner Schulzeit. Nachdem er 2016 mit seiner Familie nach Deutschland kam und zunächst in Dresden lebte, entdeckte er in der 3. Klasse über eine Schul-AG seine Begeisterung für Badminton. Bis zur 8. Klasse spielte er dort regelmäßig und entwickelte sein Talent dabei kontinuierlich weiter.

Nach dem Umzug nach Hainichen fand er 2023 in der Badmintonabteilung des SV Motor Hainichen eine neue sportliche Heimat. Seitdem trainiert Vlad mit großem Ehrgeiz und nimmt regelmäßig an Turnieren teil – mit beeindruckendem Erfolg. Bereits seit 2024 gehört er bei den Kreis-, Kinder- und Jugendspielen Mittelsachsens stets zu den Medaillengewinnern. In den Jahren 2025 und 2026 sicherte er sich sogar jeweils die Goldmedaille. Diese Erfolge kommen nicht von ungefähr. Durch sein regelmäßiges, zielstrebiges Training konnte Vlad seine Leistungen innerhalb kurzer Zeit deutlich steigern. Neben dem eigenen Training in der Altersklasse U17 engagiert er sich als Unterstützung der Übungsleiter bei den jüngeren Trainingsgruppen und gibt seine Erfahrungen gerne an den Nachwuchs weiter.

Auch abseits des Badmintons ist Vlad sportlich interessiert. Schon als Kind faszinierte ihn das Schachspiel. Inspiriert von den Partien, die er in den Parks seiner früheren Heimat Moldawien beobachtete. Während seiner Zeit in Dresden war er in zwei Schachvereinen aktiv. Heute konzentriert er sich jedoch ganz auf den Badmintonsport und musste das Schachspiel aus Zeitgründen schweren Herzens etwas in den Hintergrund rücken.

Kerstin Wilde – Hainichener FV 1946 e. V.  

Über drei Jahrzehnte lang war Kerstin Wilde eine verlässliche und prägende Persönlichkeit im Nachwuchsbereich des Vereins. Mit viel Herzblut, Geduld und Leidenschaft hat sie über viele Jahre unzählige Kinder und Jugendliche trainiert und begleitet. Nach dem Ende der abgelaufenen Saison verabschiedet sie sich aus ihrer ehrenamtlichen Trainertätigkeit. Ihr Wirken wird jedoch bleiben: Fast alle Spieler der heutigen Hainichener Männermannschaft haben einst unter der Anleitung von Kerstin Wilde trainiert. Damit hat sie nicht nur sportliche Erfolge ermöglicht, sondern den Verein über Jahrzehnte nachhaltig mitgeprägt.

Franziska Frohs - Hainichener FV Blau-Gelb 1946 e. V.

Nach elf Jahren beim Hainichener Fußballverein hieß es vor wenigen Tagen für Franziska Abschied zu nehmen: Zum Saisonbeginn wechselt sie zur SG Striegistal. Mit ihr verliert der Verein eine Persönlichkeit, die sich weit über das normale Maß hinaus engagiert hat.

Seit 2024 war sie als Jugendleiterin tätig und prägte mit viel Herzblut die Nachwuchsarbeit. Als Hauptorganisatorin des Gellertstadtcups 2026 bewies sie ihr Organisationstalent, außerdem unterstützte sie die B-Jugend als Co-Trainerin.

Bei den Spielen der 1. Männermannschaft war sie als Betreuerin an der Seitenlinie ein fester Bestandteil des Teams. Ob auf oder neben dem Platz – wenn Hilfe gebraucht wurde, war auf Franzi stets Verlass.

Auch sportlich blickt sie auf ein außerordentlich erfolgreiches Jahr zurück. Seit 2017 steht sie für die Frauen des Chemnitzer FC zwischen den Pfosten. In der Saison 2025/26 erreichte sie mit ihrem Team das Finale des Sachsenpokals und qualifizierte sich trotz der Niederlage gegen RB Leipzig II für den DFB-Pokal. Als Tabellenzweiter der Landesliga folgte die Relegation um den Aufstieg in die Regionalliga Nordost. Mit starken Leistungen in beiden Relegationsspielen gegen den SFC Stern 1900 aus Berlin war Franziska Frohs eine der entscheidenden Pfeiler für den historischen Aufstieg des Chemnitzer FC in die Regionalliga.

Mit ihrem unermüdlichen Einsatz, ihrer Zuverlässigkeit und ihrer Leidenschaft für den Fußball hat sie den HFV in den vergangenen elf Jahren nachhaltig geprägt. Für ihren weiteren Weg wünschen wir ihr sowohl sportlich als auch persönlich alles Gute und weiterhin viel Erfolg, so die Wünsche des Vereinsvorsitzenden Daniel Krause an seine Vereinskameradin.

SV Motor Hainichen 1949 e. V.                   SV Motor Hainichen 1949 e. V.

Nachwuchsmannschaft U19                      Nachwuchsmannschaft U19

1. Mannschaft                                               2. Mannschaft

Collin Wolf                                                     Paul Srokos

Klemens Kubitz                                              Ragnar Gebhardt

Alexander Simon                                           Tim Wetzig

Mit ihrer beeindruckenden Entwicklung haben sich die beiden U19-Mannschaften der Abteilung Tischtennis die Ehrung zum Parkfestauftakt mehr als verdient. Erst in ihrer zweiten gemeinsamen Saison spielte sich das Team gleich bis an die Spitze der Altersklasse U19 im Landkreis Mittelsachsen. Am Ende fehlten im entscheidenden letzten Satz des letzten Spieltags nur wenige Punkte und es hätte sogar zum Meistertitel gereicht. In einem großen und leistungsstarken Teilnehmerfeld den Vizemeistertitel zu erringen, zählt zu den herausragenden Erfolgen der jüngeren Vereinsgeschichte im Hainichener Tischtennis Besonders bemerkenswert ist dabei, dass viele Spieler mit ihren 15 Jahren sogar noch in einer jüngeren Altersklasse hätten antreten können. Das lässt für die kommenden Jahre noch einiges erwarten.

Mindestens genauso wertvoll wie der sportliche Erfolg ist jedoch das, was neben der Platte entstanden ist: Aus einer Gruppe junger Spieler ist in relativ kurzer Zeit ein echtes Team geworden. Zusammenhalt, gegenseitige Unterstützung und Freundschaften prägen die Mannschaft – Werte, die den Verein genauso stolz machen wie die erzielten Ergebnisse. Genau dafür lohnt sich die engagierte Nachwuchsarbeit Tag für Tag.

Hainichener FV Blau-Gelb 1946 e. V. – 1. Männermannschaft

 Vor einem Jahr gab es für die 1. Männermannschaft des Hainichener FV Blau-Gelb einen bitteren Moment. Nach einer mäßigen Saison stieg man aus der Mittelsachsenliga ab und musste diese Saison in der Mittelsachsenklasse spielen. Oft brechen nach einem Abstieg Männermannschaften komplett auseinander und bisweilen geht es dann sogar noch weiter nach unten. Glücklicherweise war dieses Szenario in Hainichen nicht der Fall. Teilweise war man souveräner Tabellenführer. Am Saisonende wurde es dann aber noch ziemlich knapp. Nach Niederlagen in Burgstädt und Mühlau gab es am letzten Spieltag ein echtes Zitterspiel gegen Falkenau. Im Fall einer Niederlage drohte der schon sicher geglaubte Meistertitel noch in letzter Minute zu zerrinnen, zumal mal zur Halbzeit 0:1 zurücklag. Am Ende siegte man aber mit 2:1 und da der direkte Konkurrent aus Herrenhaide gegen Mühlau 1:4 verlor, war man dann doch mit 54 Punkten und einem Torverhältnis von 64:25 souveräner Kreisklassenmeister in der Staffel 1. Erfolgreichster Torschütze war übrigens Kevin Schulze mit 12 Toren, gefolgt von Dominik Krebs, Niklas Köhler und Marcus Steiger mit jeweils 9 erzielten Treffern.

SG 1899 Striegistal e. V. – Handball

Mit den Handballern der SG Striegistal wurde erstmals eine Mannschaft geehrt, die ihren Stammsitz nicht in Hainichen hat. Da aber die Striegistaler Handballer seit mehr als 25 Jahren ihre Heimspiele im Sportforum an der Pflaumenallee austragen, machten wir zum Parkfestauftakt 2026 eine Ausnahme von der Regel. Zumal die Handballer der SG Striegistal die Hainichener Turnhalle liebevoll seit langer Zeit als „unser Wohnzimmer“ bezeichnen.

Weiterer Grund für die Ehrung gerade in diesem Jahr war zudem das Jubiläum „100 Jahre Handball in Pappendorf“. Darüber hatte der umtriebige Pappendorfer Geschichtsforscher Franz Schubert im Juni Striegistalboten einen längeren Bericht geschrieben. Darin kann man unter anderem lesen, dass vor 100 Jahren Hainichen ebenfalls eine eigene Handballmannschaft hatte und Pappendorf das erste Spiel gegen eben jene Hainichener mit 0:16 verlor.

Handball gab es übrigens auch in Hainichen, sogar noch bis kurz nach der Wende, teilweise über AG`s in den Schulen unserer Stadt. Bereits vor vielen Jahren, als es die Turnhalle auf der Pflaumenallee noch nicht gab, trainierten die Pappendorfer Handballer regelmäßig in Hainichen. Unter anderem in der Turnhalle der Maxim-Gorki-Mittelschule sowie in der Berthelsdorfer Turnhalle, die seinerzeit noch mit einem Kanonenofen geheizt wurde.

Einen Großteil der 100 Jahre wurde Handball in Pappendorf im Freien gespielt. Am heutigen Sportplatz nahe der Gaststätte Hirschbachtal. Kurios war, dass bis in die 50er Jahre mitten auf dem Spielfeld ein Hochspannungsmast stand. Eine Umsetzung des Mastes musste aus finanziellen Gründen ein ums andere Mal verschoben werden.

Spielgemeinschaften mit Roßwein und Niederstriegis brachten nur zeitweise Entspannung beim Kader. Seit der Saison 2023/24 spielt man als „SG 1899 Striegistal“ wieder alleine, aktuell in der Regionalklasse Männer – Staffel Ost. In der Vorsaison erreichte man immerhin Platz 8 und auch für die neue Spielzeit hat man wieder eine Mannschaft gebildet. Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang die Leistung von Torjäger Rene Schneider. Mit sage und schreibe 173 Toren in 19 Spielen wurde er Torschützenkönig der gesamten Staffel.

Auch heute noch sind Pappendorfs Handballer im Rahmen des GTA-Angebots an der Hainchener Oberschule aktiv. Auch dies ein Beweis für die enge Verbindung mit unserer Stadt. 4 Spieler aus dem Team haben ihren Wohnsitz in Hainichen.  

Treibende Keile des Pappendorfer Handballs der jüngeren Geschichte wie Mario Donner, Gerd Wendelmuth und Matthias Mende sind auch in Hainichen vielen Menschen bekannt.   

Erwähnenswerte Höhepunkte in der Vereinsgeschichte waren die beiden Aufstiege in die Bezirksklasse in den Jahren 1998 und 2015. Für einen kleinen Dorfvereine war das schon eine tolle Leistung.

Herzlichen Glückwunsch allen ausgezeichneten Sportlerinnen und Sportlern sowie den Mannschaften. Mögen ihre Erfolge Ansporn für viele andere sein – wir freuen uns schon jetzt auf die nächsten sportlichen Höhepunkte und Begegnungen.                                                                                                           

Text: Dieter Greysinger, Oberbürgermeister und

         Cornelia Morgenstern, Assistentin Oberbürgermeister

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