Seit einiger Zeit gibt es in Hainichen ein neues, spannendes Angebot für eine nachhaltige, gesunde Ernährung – den Giebelhof in Berthelsdorf. Der Vierseitenhof gegenüber der Buswendeschleife wurde vor 2 Jahren von Simone und Tony Wagner erworben.
Simone Wagner stammt aus Eulendorf und erlernte nach ihrer Schulzeit den Beruf einer Floristin. Daher hat sie schon seit ihrer Jugend einen grünen Daumen. Tony Wagner hatte genau diese Eigenschaften über viele Jahre nicht – im Gegenteil – als Autoschrauber und Mitglied von Rat-Attack hatte seine Leidenschaft mit Gärtnerei und gesunder Ernährung eher wenig zu tun.
Nach einer überstandenen Krankheit haben sich beide intensiv mit gesunden Lebensmitteln beschäftigt und deswegen nach einem Hof Ausschau gehalten, um diese gesunde Ernährung auch selber zu produzieren. Aus der Idee der Selbstversorgung wuchs schnell der Gedanke, dies Lebensmittel mit anderen zu teilen.
Beide sind echte Alphatiere. Vor einigen Jahren haben sie liebevoll ein Fachwerkhaus in der Nähe vom Neumarkt in Hainichen saniert und es mit viel Handarbeit zu einem der schönsten Häuser in Hainichen überhaupt umgebaut. Zwischenzeitlich lebt die Schwester von Tony Wagner, die mit ihrer Familie aus Chile nach Hainichen zurückgekommen ist, im markanten Gebäude „An den Stufen“ und Simone und Tony Wagner haben das nächste anspruchsvolle Projekt in Angriff genommen.
Mit Erwerb der Immobilie an der Berthelsdorfer Straße 103 bieten beide seit 2025 Gemüse und Obst aus nachhaltigem Anbau an. Verkaufstag ist immer Donnerstag von 15 bis 19 Uhr.
Den Namen „Giebelhof“ haben sie übrigens ihrem neuen Zuhause wegen des markanten Giebels gegeben, welcher von Seiten der Berthelsdorfer Straße gut sichtbar ist, zumindest in den Wintermonaten, denn im Sommer verdeckt die grüne Natur vor Ort diesen Anblick.
Das System mit dem man arbeitet, nennt sich „Market Garden“ und ist in unserer Region eine echte Marktlücke. Die nächsten vergleichbaren Gemüsehöfe befinden sich bei Limbach-Oberfrohna und in der Nähe von Nossen. Diese Strategie verbindet kleinflächigen, intensiven Gemüseanbau mit Direktvermarktung von saisonalem, frischen Gemüse.
Man verzichtet dabei ganz bewusst auf große Maschinen und macht dafür alles liebevoll in Handarbeit und mit einfachen Werkzeugen. Damit wird auch die Umwelt geschont und gleichzeitig die Bodengesundheit gefördert. Chemische und synthetische Düngemittel werden grundsätzlich nicht verwendet. Man arbeitet in geschlossenen Nährstoffkreisläufen. Die Kunden können vor Ort sehen kann, wo das Gemüse wächst und es sich auch direkt vom Beet aussuchen. Es wird dann vor ihren Augen geerntet wird. Frischer geht es nicht.
Aktuell (Mitte Juli) bietet man Blattsalat, Lauchzwiebeln, Fenchel, Mangold, Rote Beete, Gurken und Tomaten an. Traditionell beginnt die Ernte im späten Frühjahr mit Radieschen.
Besonders positiv ist, dass man mit anderen Hainichener Betrieben eng zusammenarbeitet: Aktuell ist dies der Geflügelhof Seidel in Cunnersdorf und die Bäckerei Kirsten auf der Ernst-Thälmann-Straße. Bei Kirstens gibt es seit einiger Zeit ein Wurzelbrot, welches ausschließlich Produkte aus dem Giebelhof, speziell Tomaten und Kräuter, verwendet.
Auch Tiere hält Familie Wagner, derzeit sind dies Schafe, Ponys und Wachteln. Wachteleier gehören ebenfalls zum Sortiment, welches man im Giebelhof käuflich erwerben kann.
Ich besuchte Simone und Tony Wagner am 8.7. und brachte meine Freude über dieses völlig neuartige Angebot in unserer Stadt zum Ausdruck. Wir wünschen den beiden viel Erfolg und danken im Namen der Einwohnerinnen und Einwohner für die Umsetzung dieser tollen Idee.
Dieter Greysinger
Oberbürgermeister
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