Hainichen

Das Hainichener Technikum im Wandel der Zeit

Technikum, Reichsbahnschule, LISt – das altehrwürdige Gebäude am Hainichener Bahnhofsplatz ist in unserer Stadt unter mehreren Namen bekannt.

Das Gebäude gibt es nunmehr seit über 120 Jahren. Entstanden aufgrund des Engagements eines meiner Vorgänger als Hainichener Bürgermeister, Georg Bernhard Friedel (nach ihm ist in Hainichen sogar eine Straße benannt) wurde das Gebäude als höhere Bildungseinrichtung 34 Jahre lang betrieben.

Maschinenbauspezifische Fächer und Elektrotechnik wurden dort zwischen 1900 und 1934 unterrichtet. Bis zu 400 Schülerinnen und Schüler wurden hier gleichzeitig unterrichtet und ausgebildet.

Im Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise in den 20er Jahren im vergangenen Jahrhundert ging auch die Bereitschaft zu studieren zurück. Ende 1933 gab es im Hainichener Technikum nur mehr 35 Studenten und die Auflösung der Bildungseinrichtung wurde beschlossen.

Zu DDR-Zeiten diente das Gebäude viele Jahrzehnte als Ausbildungsstätte der Deutschen Reichsbahn. Viele Menschen aus der gesamten ehemaligen DDR kennen daher auch heute noch Hainichen, weil sie hier Teile ihrer Ausbildung bei der Bahn absolviert haben.

Kurz nach der Wende zog die (mittlerweile) Deutsche Bahn aus und das Gebäude stand viele Jahre leer. Bisweilen wurde darin Unterricht von Qualifizierungsgesellschaften abgehalten. Die Sanierungsbemühungen hielten sich jedoch in Grenzen. Das war sehr schade für dieses altehrwürdige Haus.

Seit Beginn meiner Amtszeit als Bürgermeister habe ich mich bemüht, das Gebäude zu vermarkten. Prominente Unterstützung erhielt ich damals insbesondere durch unsere Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann, welche vor rund 10 Jahren sogar einmal die gesamte Führungsspitze der Sächsischen Zentrale der Deutschen Bahn nach Hainichen holte.

Zu dieser Zeit gab es auch einmal die Idee, dort ein privates Gymnasium einzurichten. Im letzten Moment scheiterten die Bemühungen, da die Investoren ihr Interesse zurückzogen.

Vor rund 5 Jahren gab es eine sehr erfreuliche Wende bei der Entwicklung. Wir konnten uns in Hainichen als künftige Zentrale des Landesinstituts für Straßenbau gegen ein Dutzend weitere Bewerberstädte durchsetzen.

Familie Fuchs aus Berching in Bayern, welche in Hainichen Inhaber des gleichnamigen Baubetriebs im Gewerbegebiet ist, erklärte sich bereit, die Reichsbahnschule zu erwerben und zu sanieren. Somit konnte die LISt Ende 2017 die frisch sanierten Räume sanieren und es entstanden weit über 100 Arbeitsplätze. Darauf sind wir auch heute noch sehr stolz. Es entstand zudem ein neues Funktionsgebäude.

Gleichzeitig ist das Gebäudeensemble für mich ein beeindruckender Beweis, dass der Zeitgeist unserer Altvorderen mehr auf einen beeindruckenden und stilistisch spannenderen Baustil bedacht war, als dies in der heutigen Zeit der Fall ist. Was wären unsere Städte heute ohne die wunderschönen Gebäude, welche in der damaligen Zeit entstanden sind?

Dieter Greysinger

Oberbürgermeister

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