Hainichen

5. Mai 2026– historisches Datum für unsere Stadt – 750 Jahre Ersterwähnung Hainichens

Seit 1935 feiern wir in Hainichen im 25 Jahres-Rhythmus unsere Stadtgründung. Warum genau unsere Altvorderen die Jahreszahl 1185 als Gründungsjahr von Hainichen genommen werden, kann heute nicht mehr nachvollzogen werden. Fest steht aber auch, dass 1960 (775 Jahrfeier), 1985 (800 Jahrfeier) und 2010 (825 Jahrfeier) mit großen Festen Stadtjubiläum gefeiert wurde. Viele können sich an eine oder mehrere dieser Feiern sicherlich noch gut erinnern. Und natürlich sollten diesen Rhythmus auch beibehalten. Dann wäre im Jahr 2035 die 850 Jahrfeier.

Sehr wahrscheinlich lagen unsere Vorfahren mit ihrer Festlegung aber falsch. Nachweislich erstmals urkundlich erwähnt wurde Hainichen am 15. Mai 1276. Damit gibt es Hainichen am „Brückentag“ 2026 zwischen Christi Himmelfahrt und dem darauffolgenden Wochenende genau 750 Jahre.

Als ich dies vor ein paar Monaten erfuhr, bat ich unsere Gellert-Museums-Leiterin Angelika Fischer um ein paar erläuternde Zeilen zu diesem Datum. Diese findet man nachstehend. Danke an Frau Fischer für diesen spannenden geschichtlichen Exkurs:

Seit der Besiedlung im 12. Jahrhundert finden im Zentrum von Hainichen Märkte statt, und eine Kirche (an der Stelle des heutigen Gellertplatzes) entsteht. Das darf man annehmen, auch wenn Schriftliches aus der Gründungsphase bisher nicht überliefert ist.

Erst im Mai vor 750 Jahren finden sich Erwähnungen unseres Ortes in Akten: Am 15. Mai 1276 lässt der Markgraf Heinrich von Meißen etc. ein Diplom ausstellen, in dem er dem Kloster Altzella die beiden Dörfer Berthelsdorf und Crumbach verlehnt. Nur drei Tage später folgt eine Urkunde über Crumbach. Darin wird Hainichen als benachbarter Marktflecken genannt, der jedoch selbst zu keiner Zeit zum Kloster gehörte.

Am 6. Juli 1282 verleiht der Markgraf dem Kloster Altzella „Dytherychsbach“ und „Nuwendorf“ (Dittersbach und Neudörfchen). In dieser Urkunde werden „Francenberg“ und „Heynnechyn“ (Hainichen) als Städte bezeichnet. Diese drei Originale bewahrt das Sächsische Hauptstaatsarchiv Dresden auf.

Was lässt sich daraus ableiten?

Dr. Yves Hoffmann und Dr. Uwe Richter, beide in Hainichen aufgewachsen, arbeiten mit Dr. Tom Graber daran, diese wichtigen Quellen neu zu übersetzen, zu sichten und einzuordnen. Nicht immer beziehen sich die Ausstellungsdaten, die aus der damals üblichen Datumsangabe errechnet werden mussten, auf aktuelle Ereignisse. Es können auch frühere Vorgänge bezeugt sein. In Verbindung mit fortgeschrittenen Forschungen zur sächsischen Landesgeschichte sind neue Erkenntnisse zu erwarten. Für dieses Projekt hat die Stadt mit dem Gellert-Museum Hainichen Fördermittel beantragt und möchte die Ergebnisse vor allem der Bevölkerung und regionalgeschichtlich Interessierten nahebringen.

Abb: Markgraf Heinrich von Meißen (aus: Codex Manesse, UB Heidelberg, Cod. Pal. germ. 848, fol. 14v, 14. Jahrhundert

Dieter Greysinger
Oberbürgermeister

 

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