Normalerweise besuche ich Unternehmen unserer Stadt zum 25-, 30- und 40jährigen Jubiläum und überbringe zu diesen Anlässen Glückwünsche des Stadtrats und der Stadtverwaltung.
Wenn ich zu einem 35. Gründungsgeburtstag vorbeischaue, muss es sich schon um einen ganz besonderen Betrieb handeln. So ist es bei der Kinderarztpraxis von Andrea Pötzsch auf der Karlstraße. Denn, wenn jemand über 35 Jahre – und das sind faktisch zwei Generationen, eine Kinderarztpraxis leitet, dann ist das schon eine herausragende Lebensleistung.
Obwohl Frau Pötzsch schon einige Zeit im wohlverdienten Ruhestand sein könnte, führt sie mit ihrem Team immer noch mit viel Leidenschaft und Liebe ihre Kinderarztpraxis. Andrea Pötzsch ist Ärztin aus Überzeugung und Leidenschaft. Eigenschaften, welche in unserer Zeit alles andere als selbstverständlich sind.
Zum Kindertag 1991 machte sich die gebürtige Kaltofenerin selbständig. Zunächst in einem angemieteten Objekt auf der Poststraße, einige Zeit später in den eigenen vier Wänden auf der Karlstraße.
Andrea Pötzsch wurde das Medizinstudium nicht in die Wiege gelegt, schließlich gab es in ihrer Familie keine Ärzte unter ihren Vorfahren. Aufgrund eines Unfalls als Kleinkind wurde ihr Interesse an der Medizin entdeckt und schließlich erfolgreich in die Tat umgesetzt. Ihre Approbation erhielt sie 1981. Nach ihrem Studium schlug Andrea Pötzsch zunächst die Fachrichtung Augenheilkunde ein, in den 80er Jahren ein sehr spannender Zweig, da gerade in Chemnitz auf der Flemmingstraße ein hoher technischer Standard vorhanden war.
Ein Jahr später wechselte sie dann die Fachrichtung und widmete sich von nun an der Kinderheilkunde. Zunächst in der Poliklinik auf der Ziegelstraße, später dann mit einer eigenen Niederlassung.
Andrea Pötzsch genießt in der Hainichener Bevölkerung (und weit darüber hinaus) einen tadellosen Ruf. Mehrere Lehrlinge wurden in der Praxis ausgebildet. Viele ihrer ersten Patient(inn)en kommen nun als Eltern wieder an bewährter Stätte vorbei.
Ich gratulierte Andrea Pötzsch und ihrem Team am 1.6.2026 und bedankte mich für dreieinhalb Jahrzehnte medizinische Betreuung unserer Kinder mit Eimern an Herzblut.
Dieter Greysinger
Oberbürgermeister
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