Stadtverwaltung: Herr Olm, Luise Koschinsky ist inzwischen seit etlichen Jahren Kult – was macht diese Figur für Sie bis heute so besonders?
Hans Werner Olm: Sie ist für mich der Inbegriff einer Traumfrau. Authentisch, frivol und mit einem großen Herz. Sie gilt als Vorbild vieler Frauen.
SV: Haben Sie eigentlich noch Kontrolle über Luise – oder macht sie längst, was sie will?
HWO: Luise ist nicht zu kontrollieren und genau das lieben die Leute so an ihr.
SV: Was würden Sie sagen: Wie viel Hans Werner Olm steckt in Luise Koschinsky?
HWO: Ich bin lediglich ihr ergebener Diener und Sprachrohr.
SV: Warum lieben die Menschen gerade diese direkte, unverblümte Art so sehr?
HWO: Luise traut sich das zu sagen, was die meisten sich insgeheim denken.
SV: „Ein Pullover voll Frau“ - Der Titel klingt schon nach Chaos und Comedy zugleich –
HWO: Mit den Maßen 110-110-111 trifft der Titel voll ins Schwarze. Chaos ist ihr Credo und die Comedy ist die logische Konsequenz.
SV: Worauf dürfen sich die Besucher in Hainichen ganz besonders freuen?
HWO: Auf kompromisslose Frauenpower mit waghalsigen Gesang- und Tanzeinlagen.
SV: Gibt es aktuelle Themen oder Situationen aus dem Alltag, die Sie diesmal besonders aufs Korn nehmen?
HWO: Natürlich! Gemäß dem Spruch: Unsere Existenz ist der Beweis für den Humor Gottes.
Es wird ALLES durch die Mangel genommen.
SV: Wie viel Improvisation steckt eigentlich in Ihren Auftritten?
HWO: Das bleibt erstmal ihr kleines Geheimnis und das Herauszubekommen ist Aufgabe der Zuschauer.
SV: Wird es ausschließlich laut, schräg und verrückt – oder auch mal überraschend emotional?
HWO: Gänsehaut, Kreischen, Weinen und befreiendes Lachen sind die normalen Reaktionen auf ihre bisherigen Auftritte.
SV: Was schätzen Sie an kleineren Städten und Bühnen wie Hainichen besonders?
HWO: Die Intimität und Nähe zum Publikum zum einen und die zügellose Freiheit der Provinz. Kultur und Comedy gehört in jedes Örtchen der Welt und ein Auftritt in Hainichen sollte jeder Künstler zu einem Highlight auf seiner Tour zählen.
SV: Wie wichtig ist die Reaktion des Publikums für Ihre Auftritte?
HWO: Das ist das Lebenselixier eines jeden Künstlers. Warum macht man den Quatsch sonst?
SV: Gibt es Situationen auf der Bühne, in denen Sie selbst manchmal lachen müssen?
HWO: Luises und mein Lebensmotto ist: „Lacht doch, wenn es zum Weinen nicht ganz reicht.“
Denn Sonne im Herzen ist besser als ein Schatten auf der Lunge.
SV: Lassen wir doch an dieser Stelle Luise Koschinski mal selbst zu Wort kommen. Wenn Luise heute Bürgermeisterin wäre – was würde sie als Erstes verändern?
Luise: Koteletttorten für Alle! Alle Parkplätze umsonst! Und alle Politiker einmal im Jahr zum Spargel stechen aufs Feld – unbezahlt.
SV: Was wäre schlimmer für Luise: kein Kaffee, kein Fernsehen oder kein Klatsch?
L: Kaffee brauche ich unbedingt. Davon bekommt man so schön zittrige Hände. Die machen sich sehr gut beim Vorspiel. Auf Fernsehen könnte ich eher verzichten, es sei denn es läuft 24h das Traumschiff. Klatsch brauche ich nicht. Ich sage dir immer direkt ins Gesicht, was ich von dir denke.
SV: Welche drei Dinge gehören für Luise unbedingt in einen perfekten Abend?
L: Mettigel, Betonmischen bei Kerzenschein und einen Mann, der ihr zu Füßen liegt. Kann auch ein Bärenfall sein.
SV: Warum sollte man sich den 30. Mai in Hainichen unbedingt freihalten?
L: Weil dieser Tag neben Weihnachten, Ostern, Frauentag zu den Höhepunkten des Jahres gehört.
SV: Was möchten Sie den Menschen in Hainichen schon heute zurufen? & Können Sie den Abend in kurzen markanten Worten beschreiben?
L: „Ein Leben ohne Weiber wie Luise ist möglich, aber sinnlos.“ – Scheiß die Wand an, wird das ein schöner Abend.
SV: Und ganz ehrlich: Wird nach dem Abend noch irgendjemand normal auf einen Strickpullover schauen können?
L: Kommt auf die Frau an, die ihn zu tragen weiß.
SV: Lieber Herr Olm, liebe Luise - Vielen Dank für das... bemerkenswerte Interview!
Zur Zeit keine besonderen Informationen.
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