Hainichen

Allerhand geboten zum Tag des offenen Denkmals 2021 rund um Hainichen

Hartmut Stenker, Sachgebietsleiter im Hainichener Bauamt, lässt sich alljährlich viele spannende Dinge anlässlich des Tags des offenen Denkmals einfallen. Damit stellt er seine besondere Verbundenheit mit seiner Heimatstadt seit rund 20 Jahren unter Beweis.

Nachdem im Vorjahr pandemiebedingt keine Präsenzveranstaltungen durchgeführt werden konnten, änderte sich dies 2021 schlagartig, denn den ganzen Tag über gab es am 12.9.2021 in Hainichen und den Ortsteilen allerhand zu sehen. Die Resonanz war durchweg gut und auch das Wetter tat ein Übriges zum Gelingen des Denkmaltags 2021 in der Gellertstadt.

Die zentrale Eröffnungsveranstaltung für den Landkreis Mittelsachsen fand dieses Jahr in Lunzenau auf der Rochsburg statt. Bereits dort setzte Hainichen einen ersten Akzent, denn Simone und Tony Wagner aus Hainichen erhielten aus den Händen von Landrat Matthias Damm den Denkmalpreis des Landkreises Mittelsachsen 2021 überreicht.

Von 11 bis 12 Uhr herrschte reger Andrang am ehemaligen Kino auf der Bahnhofstraße. Nachdem dieses in weiten Teilen einsturzgefährdete Gebäude in den nächsten Monaten abgerissen werden soll, sobald Fördermittel aus Dresden dafür bereitgestellt werden, folgte die Verwaltung dem Wunsch zahlreicher Hainichener, das altehrwürdige Haus in Teilen noch einmal der Öffentlichkeit zu zeigen. Über 200 Personen waren gekommen und nahmen im Geist Abschied vom ehemaligen Clubkino, verbunden mit vielen alten Erinnerungen an die besseren Tage des Gebäudes.

Einige Mitarbeiter(innen) des Rathauses hatten sich dafür etwas Besonderes einfallen lassen. Bauhofleiter Sandro Weiß übergab jedem Besucher in historischem Gewand eine alte Eintrittskarte und Karin Brandt schlüpfte in die Figur der Eintrittskartenkontrolleurin. Hausmeister David Bischoff war ebenfalls in traditioneller Schauspielerkleidung der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts gekommen. Wäre ein Filmteam anwesend gewesen, hätte man gut und gerne einen Streifen mit den drei Akteuren, die ein wenig an die Olsenbande erinnerten, drehen können. Steffen Krätzsch hatte ein Schild „heute letzte Vorstellung“ erstellt, welches am einstigen Kassenhaus zu sehen war. Insgesamt fand diese Aktion eine sehr gute Resonanz in der Öffentlichkeit. Viele Besucher bedankten sich für die Geste der Verwaltung.

Am Nachmittag ging es dann mit Veranstaltungen weiter: Sowohl in Falkenau als auch in Riechberg wurden in den letzten Monaten die Denkmäler für die Gefallenen des 1. Weltkriegs auf Vordermann gebracht.

Viele dieser Ehrenmäler wurden vor genau 100 Jahren eingeweiht. Auch wenn sich die Einstellung und Betrachtungsweise über die Bedeutung dieser Gedenksteine in den letzten 100 Jahren grundlegend gewandelt hat, so gehören diese Ehrenmäler heute zu unseren Dörfern, wie das Dorfgemeinschaftshaus, der Fußballverein (in Riechberg) bzw. die Feuerwehr (in Bockendorf, Eulendorf, Cunnersdorf, Gersdorf/Falkenau und Schlegel).

War es vor 100 Jahren die Heldenverehrung und verklärter Nationalismus, welcher zum Entstehen der Denkmäler beigetragen hat, so ist es heute in erster Linie die Erinnerung, wohin übertriebener Nationalismus führen kann und die Trauer über den Tod von Männern, die in der heutigen Zeit sicherlich viele Jahrzehnte länger hätten leben können.

Nachdem Cunnersdorf vor 4 Jahren mit der Denkmalsanierung den Anfang gemacht hatte, folgten nunmehr Falkenau und Riechberg. Mit Geldern aus dem Ortsbudget der Stadt, finanzieller Unterstützung der Denkmalschutzbehörde und Spenden aus der Bevölkerung sind heute unter anderem wieder die Namen der Gefallenen deutlich zu lesen. In Riechberg spielte Mirko Gauss auf der Posaune Gedenklieder.

In Hainichen konnte man seit den Mittagsstunden den Kirchturm besteigen und Hainichen von oben betrachten.

Der Neorokokosaal des Goldenen Löwen, der fast auf den Tag genau vor einem Jahr fertiggestellt worden war, erwartete ebenfalls die interessierten Gäste. Und diese ließen nicht lange auf sich warten. Stadtrat Thomas Kühn erläuterte bei geführten Rundgängen viele Details über dieses Hainichener Kleinod.

Als besonderen Programmpunkt berichtete am Nachmittag des 12.9. Günter Neumann von der Geschichte der Stromversorgung in unserer Stadt. Die Broschüre „Wie der Strom nach Hainichen kam“ ist ab sofort für eine Schutzgebühr von 2 € im Gästeamt erhältlich.

Auch rund um Hainichen war zum Denkmaltag einiges zu erleben. So öffnete der Heimatverein Striegistal das „Padagshaus“, eines der ältesten Gebäude in Sachsen überhaupt. Dieses soll mit Unterstützung von zahlreichen Personen aus der Bevölkerung unserer Nachbarkommune in den nächsten Jahren komplett saniert und zu einer Heimatstube umgestaltet werden.

In Frankenberg drehte sich alles um die Gedenkstätten rund um die ehemalige Zwirnerei Sachsenburg mit der KZ Gedenkstätte. In Rossau war der Fokus auf die dortige Wehrkirche mit der historischen Orgel gerichtet.

Vielen Dank allen Akteuren zum Tag des offenen Denkmals für ihr Engagement. Gerade diese alljährlich durchgeführte Veranstaltung zeigt, wie reich unsere Gegend an historischen Gebäuden und attraktiven Sehenswürdigkeiten ist und ist ein nicht zu unterschätzender Beitrag zur Heimatverbundenheit unserer Bevölkerung.

Dieter Greysinger

Oberbürgermeister

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