Hainichen

Gellert-Denkmal Hainichen

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1833

Durch einen Sturm fällt die zweite der beiden 1715 gepflanzten "Gellert-Linden". Dadurch erinnert kein "äußeres Zeichen" mehr an den Dichter und Erzieher. Das Holz wird zur Weiterverarbeitung teuer verkauft und das Geld fließt in die Gellertstiftung.

 

1847 Der Gewerbeverein Hainichen berät über eine angemessene Würdigung des Dichters in Hainichen. Die Mehrheit entscheidet sich für die Errichtung eines Denkmals aus Stein oder Metall. In der Begründung heißt es u.a.:

"...weil man anderwärts berühmten und ausgezeichneten Männern ... leblose Denkmäler gesetzt habe und fort und fort noch setze, und endlich weil man hier gern durch ein äußeres Zeichen in Ermangelung eines jeden anderen sein Andenken sowohl für den Ort selbst, als auch für Fremde, die hier in der Gellertstadt nach jener zerstörten Linde fragen, sein Andenken ehren wolle, ohne sich weiter darum zu kümmern, ob Denkmäler nur für große Städte sich geziemen, oder nicht."
 
1852 Gründung eines Comités zur Errichtung des Denkmals. Der Aufruf an die Bewohner Hainichens um Spenden für dieses Vorhaben ergibt einen Erlös von 335 Thalern.
 
1854 Ferdinand Naumann gibt ein "Gellertbuch" heraus. Die Einnahmen aus dem Verkauf erhält die Gellertstiftung.

"Das nächste Gute, was man erzielte, war das Interesse des berühmten Bildhauers Ernst Rietschel in Dresden, der denn auch rasch das Modell dafür entwarf..."
 
1855 Ernst Rietschel (1804-1861) modelliert das Gellert-Denkmal.
 
1862 Mitteilung des Hainichener Comités

"... seit dem Jahre 1857 (ist) in Folge eingetretener Störungen die Verfolgung unseres Unternehmens gelähmt ... allein unsere Absicht...ist, unserm Gellert ein Monument von Metall, Eisen oder Bronce...zu errichten und zwar nach dem vom Professor R i e t s c h e l entworfenen Modelle. Leider ist der frühzeitige Tod dieses berühmten Künstlers, der die Ausführung dieses Denkmals, was die Kosten anlangt, sehr zu erleichtern, freundlichst zugesagt hatte, für uns störend geworden..."
 
Hainichen kauft von den Hinterbliebenen des Künstlers die "Skizze" (Bezeichnung für das Modell). Die Hohe Sächsische Staatsregierung bewilligt aus dem Fond für die Künste 1.500 Thaler. Durch Vermittlung des Akademischen Rates zu Dresden wird Friedrich Wilhelm Schwenk (1830-1871) mit der Ausführung des Denkmals betraut.
 
1864 Das Ministerium des Innern bewilligt die Durchführung der Gellert-Lotterie. Daraus werden 1.000 Thaler für das Denkmal, 1.000 Thaler für die Gellertstiftung verwendet.
 
1865 (04.07.) Grundsteinlegung


"Herr Schwenk hat...das Modell nach der Rietschel'schen Skizze geliefert; die Gießerei in Lauchhammer für 2000 Thlr. den Guß tadellos angefertigt. Der Besitzer dieser Gießerei, der verstorbene Graf Einsiedel, ordnete noch zu Lebzeiten an: daß das Werk so billig wie möglich geschafft und ein Theil der Beschaffung auf seine Rechnung komme..."
 
1865 (26.10.) Enthüllungsfeier mit einer Rede von Prof. Hettner, Dresden
 
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Hettner schreibt in seiner Biografie zu Rietschel:
"Für die Kunst ist es ein schwerer Verlust, daß diese (Gellert-) Skizze nicht zur Ausführung (durch Rietschel selbst, A.) gekommen ist. Das milde, bescheidene, gedrückte, fromme und doch erweckende und befreiende Wesen Gellert's ist hier mit einer Naturwahrheit und einer so wohlthuenden Wärme und Ruhe ausgedrückt, daß ich nicht anstehe, dieselbe unbedenklich für eine der allergelungensten Schöpfungen Rietschel's zu halten."

1866

Auflösung des Comités

1871 Die Witwe des Bildhauers Schwenk bietet Hainichen das Modell zum Kauf an. Doch weder der Stadtrat noch der Kirchenvorstand sehen eine Möglichkeit, das Modell aufzustellen und lehnen das Angebot ab.
1911 Der Vorschlag, in die vier Ecken des Geländers Lorbeerbäume zu stellen, wird angenommen. Die Aufstellung erfolgt am 4.7. zum Geburtstag Gellerts.
1938 Entfernung des Eisengeländers
1997/98 Aktionen zur Aufbringung finanzieller Unterstützung für die Restaurierung
1998 (23.10.) Transport der Bronzestatue zur Restaurierungswerkstatt
1999 (04.07.) Restauriertes Denkmal zum 284. Geburtstag feierlich enthüllt
 

Verkehr

Vollsperrung Mittweidaer Straße (Witzbachsammler)

Vollsperrung der Mittweidaer Straße im Bereich zwischen B 169 und Mühlweg in mehreren Abschnitten entsprechend des Baufortschrittes; der Durchgangsverkehr wird großräumig über die B 169 / Frankenberger Straße / E.-Thälmann-Straße / Oederaner Straße umgeleitet;.

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