Hainichen

Besuch in unserer Partnerstadt Dorsten vom 21.11. bis 25.11.2018

Nachdem ich am 3.10.2015, damals zur Einweihung des Hainichenrings, letztmalig in unserer Partnerstadt Dorsten zu Besuch war, schaute ich vom 21.11. bis 25.11. wieder einmal in der 77.000 Einwohner zählenden Stadt zwischen Ruhrgebiet und Münsterland vorbei, um zu unterstreichen, dass auch im 28. Jahr der Städtepartnerschaft diese noch eine wichtige Rolle in Hainichen spielt. Dabei wurde ich von meiner Frau begleitet.

Zufälligerweise waren zeitgleich mit uns zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Steuerbüros Woltsche, Brieskorn + Partner von der Hainichener Bahnhofstraße in Dorsten zu Gast, um gemeinsam mit den Kollegen der anderen Niederlassungen vorfristig Weihnachten zu feiern. In Dorsten befindet sich der Hauptsitz der Sozietät. Natürlich nutzten wir, die beiden Bürgermeister Tobias Stockhoff und Dieter Greysinger, diesen Umstand zum Besuch im Dorstener Steuerbüro.

Als Gastgeschenk hatte ich einen LED-Schwibbogen aus der neuesten Kollektion der Riechberger Drechslerei Volkmar Wagner mit nach Dorsten genommen. Dieser ziert zwischenzeitlich das Zimmer von Bürgermeister Tobias Stockhoff und sendet ihm täglich Grüße aus Hainichen in seine Amtsstube.

Mitarbeiter der Wirtschaftsförderungsgesellschaft WINDOR und vom Bürgermeisterbüro führten uns anschließend durch die Stadt. Dorsten hat in den letzten Jahren eine sichtbar positive Entwicklung genommen. Nachdem bereits vor vielen Jahren die letzte Zeche geschlossen wurde und der über Jahrzehnte vorherrschende Bergbau heute keine Rolle mehr spielt, hat man diese Areale umgestaltet und zu neuen Treffpunkten entwickelt. So ist unter anderem auf der Zeche Leopold (wo sich auch der Hainichenring befindet) ein Platz mit mehreren Restaurants und Kneipen entstanden. Aber auch Firmen und Supermärkte haben sich am ehemaligen Bergbaugelände, nicht weit vom Dorstener Rathaus entfernt, niedergelassen.

Das gemeinsam mit der Dorstener Nachbarstadt Marl betriebene Gewerbegebiet (samt Hafenanschluss) ist mittlerweile sehr gut gefüllt und man konnte in letzter Zeit weitere Neuansiedlungen begrüßen. Diese sind teilweise aus dem Ruhrgebiet nach Dorsten umgezogen und waren ein wichtiger Motor für die sehr positive Entwicklung. So sind in Dorsten gleich an mehreren Stellen neue Betriebe entstanden. Die Arbeitslosigkeit ist ähnlich niedrig wie bei uns. Auch die finanzielle Situation der Kommune hat sich im Vergleich zu den 90er Jahren erheblich verbessert. Mit Freizeitanlagen wie dem Spaßbad Atlantis, der Eissporthalle und mehreren Kunstrasenplätzen gibt es auch ein breites Angebot der Freizeitgestaltung.

Am Abend besuchten wir die Stadtteilversammlung in Altendorf-Ulfkotte. Es gibt in jedem Dorstener Stadtteil verantwortliche (ehrenamtliche) Personen für die Organisation derartiger Dinge. Zur einmal jährlich stattfindenden Zusammenkunft kommen zahlreiche Bewohner der Ortsteile vorbei und auch Bürgermeister Tobias Stockhoff ist dort regelmäßig zu Gast. Sehr positiv aufgefallen ist mir das ehrenamtliche Engagement vor Ort. So fährt ein Bürger von Altendorf die Senioren alle zwei Wochen mit seinem Bus zum Einkaufen. Ein Service der sehr gut angenommen wird. Aber auch Feste, Wandertage und Weihnachtsfeiern werden von den dortigen Gremien organisiert. Dabei bekommt der Ortsteil von Seiten der Stadt ein kleines Budget zugewiesen, über das dieser eigenverantwortlich entscheiden kann. So regte man in Altendorf an, eine Bekanntmachungstafel, Sitzbänke und Trimm-Dich-Geräte anzuschaffen.

Am Freitagnachmittag stand der Besuch bei der Steuerberatung Woltsche, Brieskorn + Partner auf dem Terminkalender. Ich übermittelte dabei den Inhabern der Sozietät den Dank für ein jahrelanges Engagement in unserer Stadt. Besonders positiv in Erinnerung ist mir die Tatsache geblieben, dass man seit Beginn der Tätigkeit in Hainichen zahlreichen jungen Menschen eine attraktive Lehrstelle geschaffen hat.  Gerade in den 90er Jahren waren kaufmännische Lehrstellen in unserer Stadt absolute Mangelware. So konnte jungen Menschen aus Hainichen und Umgebung eine Perspektive in der Heimat geschaffen werden. Zwischenzeitlich hat sich auch beim Steuerbüro die Entwicklung bei der Personalakquise komplett gewandelt und die Relation zwischen Lehrstellen und Bewerbern ist nicht mehr mit damals zu vergleichen.

Am Abend besuchte ich gemeinsam mit Tobias Stockhoff ein Symposium anlässlich des 70. Geburtstags des langjährigen Bundestagspräsidenten Norbert Lammert, der im benachbarten Bochum zu Hause ist. Dieses fand in der Zeche Zollverein in Essen statt, ebenfalls einer ehemaligen Kohlenzeche, heute Kulturstädte und Weltkulturerbe.

Neben Ehrengästen wie dem Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen Armin Laschet, dem Bürgermeister von Stuttgart Fritz Kuhn sowie dem Journalisten Fritz Pleitgen war auch Ahmed Aboutaleb, der Bürgermeister von Rotterdam zu Gast. Er fungierte an diesem Abend als Festredner. Der gebürtige Marokkaner zählt aus meiner Sicht zu den interessantesten kommunalpolitischen Akteuren der Europäischen Union überhaupt. Im Alter von 15 Jahren zog der Sohn eines Imam von Marokko nach Rotterdam. Er begann dort ein Studium und arbeitete danach mehrere Jahre als Journalist. Seit über 10 Jahren ist er Bürgermeister der niederländischen Hafenstadt und repräsentiert als Sprecher die gesamte Region von Anderlecht in Belgien bis nach Den Haag.

Auch wenn das Ruhrgebiet, im Gegensatz zum Rheinland, nicht als Karnevalshochburg bekannt ist, so gibt es auch rund um Dorsten hochkarätige Veranstaltungen im Zusammenhang mit der „fünften Jahreszeit“. So wird in der Kreisstadt Recklinghausen regelmäßig die „Weiße Weste“ verliehen. Auf kabarettistische Art werden bekannte Politiker aufs Korn genommen. In diesem Jahr war es der auch bei uns bekannte Staatsminister für Arbeit, Gesundheit und Soziales in NRW Karl-Josef Laumann (CDU). Verteidigt wurde er vom politischen Konkurrenten Ralf Stegner, ehemaliger Staatsminister in Schleswig Holstein und einer der stv. Vorsitzenden der SPD.

Am Sonntagvormittag verließ ich voller positiver Eindrücke Dorsten und trat die Rückfahrt ins rund 560 Kilometer entfernte Hainichen an.

Ich möchte diesen Artikel dazu nutzen, bei unseren Einwohnern Werbung für Kontakte nach Dorsten zu machen. Auf vielerlei Gebieten, z. B. im Vereinsleben, aber auch bei der Kultur sind derartige Austausche denkbar. Das Bürgermeisterbüro in Dorsten, welches die Städtepartnerschaften mit insgesamt 8 Städten in Polen, England, Nordirland, Frankreich, Israel, Nicaragua und Deutschland koordiniert, stelle gern entsprechende Kontakte her.

Sehr gut klappt dies derzeit bereits auf der Ebene der Schützenvereine, wo sowohl die Priv. Schützengilde Hainichen alljährlich nach Dorsten zum Schützenfest fährt, aber auch bis zu 100 Dorstener Schützen alljährlich beim Hainichener Parkfest zu Gast sind. Tobias Stockhoff ist übrigens nicht nur Mitglied in den Dorstener Schützenvereinen sondern auch bei der Priv. Schützengilde Hainichen  e. V. Auch auf der Ebene des Freundeskreises Hainichen-Dorsten gibt es alljährlich Besuche und Gegenbesuche. Diese finden meist am Wochenende über Christi Himmelfahrt statt.

Gleichzeitig will ich aber auch meine Bemühungen auf der Suche nach einer tschechischen Partnerstadt wieder aufleben lassen. Nachdem die Partnerschaft mit Roudnice nad Labem leider nach einer verheißungsvollen ersten Kontaktaufnahme vor 2 ½ Jahren nicht zustande gekommen ist,  stehe ich derzeit mit einer Kleinstadt zwischen Usti und Liberec in Kontakt, um entsprechende grenzüberschreitende Kontakte herzustellen. Ich werde Sie darüber informiert halten.

An dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön an Tobias Stockhoff, Anke Borg und das gesamte Team des Dorstener Rathauses für das abwechslungsreiche Programm und den freundlichen Empfang, welcher mir und meiner Frau in den 4 Tagen bereitet wurde.

Dieter Greysinger

Bürgermeister

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